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Richter

O Spiegelbild im Wasser, sage mir – wer bin ich? Stolz schaue ich dir entgegen und in deinen Tiefen, die mir auf kühne Weise etwas schwindlig machen, entdecke ich mein eigenes Gesicht. Da steht es vor mir, in bläulich-grüne Würde gewandt und in Algen verrankt, die mir wie eine Haarkrone aus dem Kopf sprießen! Wie keck: Wenn ich mit dem Finger an meine Nase tippe, wallt mein Gesicht in konzentrischen Wellen.

Daniel Richter führt ein wahrlich trostloses Leben: Anfang dreißig, ein kränkliches Äußeres, zynisch, weltfremd, unglücklich verliebt und dazu auch noch hoffnungslos intellektuell - bis zu jenem schicksalhaften Tag, als er eines Abends in einer öffentlichen Toilette eine alte Dame aus ihrer Kabine zu befreien versucht und die beiden sich über Nacht zu zweit darin eingeschlossen finden. Der junge Mann und die alte Frau werden Zeugen mysteriöser Erscheinungen, verwickeln sich in Diskussionen, mal philosophisch, mal absurd und als die Nacht voranschreitet, geschieht ein Mord, der nicht nur Daniel Richters Beziehung zur Welt grundlegend verändert…